lsg. Zirkusluft schnuppern, bis die Lunge platzt. Unter diesem Motto haben die Schüler der Steiner-Schule-Biel eine erste anstrengende Zirkuswoche erfolgreich hinter sich gebracht.
Die Schnupperwoche diente den jungen Hobby-Artistinnen und Artisten als erste Plattform, um ihre künstlerischen Fähigkeiten in verschiedensten Bereichen selber kennen zu lernen – und teilweise bereits zu präsentieren.
Während sich die etwas älteren Schüler noch zaghaft der Akrobatik hingaben oder die Clownnase aufsetzten, war die Begeisterung der etwas Jüngeren förmlich spürbar. Ohne einen Augenblick zu zögern steckten sie für Sekundenbruchstücke ihre eigenen Finger in Brand, schwangen sich an Seilen und Tüchern in luftige Höhen oder versuchten sich als Seiltänzer.
Vier Nachmittage wurden von der Schule für das Austesten der verschiedenen Zirkusdisziplinen zur Verfügung gestellt – denn schlussendlich soll kein Schüler mit seiner Rolle im Zirkus unzufrieden sein.
Zirkus – das bedeutet künstlerisch tätig zu sein. Es bedeutet aber auch, dass die Schüler die Schulbank verlassen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Das merkten einzelne Schüler während dieser Schnuppertage, entwickelten bereits eigene kleine Zirkusnummern.
Den Nagel auf den Kopf getroffen
Dass nicht alle Schüler gleichermassen vom Thema Zirkus und den damit verbundenen Projektstunden begeistert sein werden, war absehbar. Schmollende Gesichter waren in den verschiedenen Workshops aber dennoch nur selten auszumachen. Denn die anwesenden Zirkusartisten (welche die Workshops leiteten) vermochten vielleicht nicht jeden Schüler zu überzeugen, die Disziplin selber auszuüben, konnten sie mit ihren professionellen Vorstellungen aber zumindest beeindrucken.
Die Zirkusleiter – sozusagen die Zirkusdirektoren – haben mit der Schnupperwoche die angestrebten Erkenntnisse gewinnen können. „Wir wollen, dass jedes Kind verschiedene artistische Rollen für kurze Zeit einnehmen kann um zu sehen, welche es gerne verinnerlichen möchte“, sagte Andi Vettiger, Federführer des Zirkusprojekts. Und das gelang: Praktisch bei allen Schülern kann nach der Ausprobierwoche der erste Wunsch respektiert werden.
Von der Clonwnnase herumgeführt
Auf das Grossprojekt eingestimmt wurde die Schule an einem Informationstag. Vettiger stellte zusammen mit einem Artistenkollege spielerisch dar, was in einem Zirkus alles möglich ist. Zwar fehlte den beiden die bekannte rote Clownnase – die Absicht war aber klar ersichtlich: Die Schüler sollten mit einer kräftigen Portion Humor zum Zirkus verführt werden. Auch hier kreischten vor allem die jüngeren Schüler vor Freude.
Das Ziel ist klar: In Zukunft sollen nicht mehr die ausgebildeten Artisten die Freude in die Schule bringen. Die Schüler sollen selber eine Zirkusdynamik entwickeln, die zum guten Gelingen der Vorführungen beiträgt. Doch das kann erfahrungsgemäss dauern. Eins ist jedoch klar: Ob durch sarkastisch veranlagte, abschätzende Bemerkungen oder begeistertes Spielen – die rote Clownnase wird das Projekt vom ersten bis zum letzten Tag begleiten.
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